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Borderline ... ist kein Monster!

 Das "Borderline" schwere Kost ist, ist mir klar. Dass viele nicht damit klar kommen, auch. Aber man muss nicht vergessen- man wird nicht einfach so Borderline - es ist erstens keine Krankheit, sondern eine Störung - die aus meiner Erfahrung fast immer davon kommt, dass man in der Kindheit extrem belastende Traumata erlebt hat. Ich kenne fast keiner, der einfach so "Borderline" ist, meistens sind Missbrauch und Misshandlungen als Auslöser zu finden. Diese Menschen zu stigmatisieren, fast als Kriminellen hinzustellen macht das ganze nicht einfacher, sie brauchen in der Therapie als Mensch respektiert zu werden, der sowieso schon so extrem schwer gehabt hat. Ich kenne liebevolle Müttern und Vätern, die trotz der Störung geschafft haben, eine tolle Familie zu gründen und halten. Die Tag für Tag zwar schwer haben aber die unglaubliche Leistung bringen, trotz allem Kinder liebevoll zu behandeln. Ja, als Partner hat man schwer. Aber es kann wohl nicht sein, wie ich oft erlebe, dass Therapeuten immer wieder empfehlen, "Borderliner" zu verlassen , ohne genau zu schauen, was helfen könnte, weil sie "schlimm" sind??!! Was ich nicht akzeptieren kann ist dass man Menschen, die als Kind unschuldig was schlimmes erlebt haben, sogar noch von Therapeuten (egal ob Heilpraktiker oder diplomierte) als "schuldige"; als böse Menschen dargestellt werden, die nie lernen können, die sich nie verbessern können. Dass man ein Lebenslang eventuell damit zu kämpfen hat, ist leider in den meisten Fälle so, heißt immer noch nicht, dass diese Menschen nicht lieben können, keine Werte haben. Als Therapeut kann ich nur sagen: ja, es ist nicht einfach zu therapieren. Aber aus welchem Grund wird man Therapeut? Um immer nur "einfache" Fälle zu lösen? Ich fühle mich geheert wenn jemand, der so verdammt schwer hat und als Kind schwer gelitten hat, mir sein Vertrauen gibt und wir (leider oft sehr lang) durch dick und dünn gehen um das Leben, die Emotionen, die Reaktionen zu verbessern, den Schmerz zu lindern, den inneres Kind zu berühigen. Zu sehen wie diese Menschen lernen zu vertrauen, sich weniger zu verletzen, andere nicht mehr als Feind sehen usw.

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